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Aggression gegen Computer
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Aus verschiedenen Studien unter Anderem von PC-Herstellern und Softwarehäusern geht hervor, dass Computer in einem nicht geringen Umfang geschlagen und beschimpft werden. Dieses Phänomen ist im akademischen Umfeld weitgehend unerforscht; die Studien, die es zu diesem Thema gibt sind von nicht-nachvollziehbarer Qualität.
Die Ziele dieser Studie sind es, einen Eindruck von Umfang und Vielfältigkeit dieses Phänomens zu bekommen und es theoretisch zu erklären. Weiterhin werden die Ursachen und Folgen der Computerfrustration und –aggression beschrieben und Vorschläge zur Verringerung dieser gemacht.
Die Fragestellungen werden einerseits anhand einer Literaturstudie, andererseits anhand einer Online-Befragung beantwortet. Die Befragung war im Juni 2003 im Netz und hatte 480 Teilnehmer.
Aus der Literaturstudie wurde die Theorie abgeleitet, die besagt, dass die Ursachen für Aggressionen gegen Computer in suboptimaler Anwenderfreundlichkeit, schlechter Software und ungenügenden Bedienungsfähigkeiten zu finden sind. Weiterhin muss man aber, um sich tatsächlich von seinem PC provoziert zu fühlen, das Gefühl haben, mit seinem PC in echter Interaktion zu stehen. Als Stressor wird vor allem Zeitdruck bei wichtigen Zielen genannt (die Gefahr, durch das Nicht-Funktionieren des PCs Deadlines zu verpassen oder Versprechen nicht halten zu können). Die Theorie wurde anhand einer Datenanalyse der in der Befragung gesammelten Daten überprüft.
Die Befragungsdaten bestätigen das Ausmaß der Aggression, das in der Literatur beschrieben wird. 62% der Befragten geben an, den PC schon mal beschimpft oder angeschrieen zu haben; 31% haben bereits mit der Maus auf den Tisch geschlagen oder mit ihr geworfen, 15% haben den Bildschirm geschlagen oder das Gehäuse getreten. In Übereinstimmung mit der Literatur korreliert Computerfrustration erheblich mit Arbeits- und Lebenszufriedenheit (0,30 bzw. 0,26).
Am aggressivsten gegenüber dem PC sind Personen, die eine persönliche Beziehung zu ihrem PC haben, eher jung sind, Gewalt nicht prinzipiell ablehnen und deren Kollegen sich gegenüber dem PC auch aggressiv verhalten. Dies ist in Übereinstimmung mit den aus der Theorie abgeleiteten Hypothesen. Ein Zusammenhang zwischen Frustration und Aggression konnte nicht nachgewiesen werden; dies ist allerdings wahrscheinlich auf Operationalisierungsfehler zurückzuführen.
PC-Aggression ist ein reales Phänomen, das weitere Aufmerksamkeit im wissenschaftlichen Umfeld verdient. PC-Frustration und Aggression verursachen Schäden, und zwar sowohl auf der persönlichen als auch auf betriebs- und volkswirtschaftlichen Ebene.
Zusammenfassung der Ergebnisse (PDF)
Die vollständige Studie ist als Buch im ibidem-Verlag unter ISBN 3-89821-550-4 erscheinen.
Zitierhinweis: Brinks, M. (2005). Aggression gegen Computer. Eine
wissenschaftliche Untersuchung eines alltäglichen Phänomens. Stuttgart:
ibidem-Verlag.
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